1929
Am 29. April wird Walter Kempowski in Rostock geboren.
Sein Vater Karl Georg Kempowski ist Schiffsmakler und Reeder, seine Mutter
Margarethe, geb. Collasius, stammt aus einer Hamburger Kaufmannsfamilie,
Schwester Ulla und Bruder Robert.
1935
Einschulung in die St. Georg Schule für Knaben
1939
Eintritt ins Realgymnasium.
1944
Im September Einweisung in eine Strafeinheit der Hitlerjugend
1945
Am 17. Februar Einberufung als Luftwaffenkurier. Am 26.
April fällt der Vater auf der Frischen Nehrung.
1946
Im Frühjahr muß Walter Kempowski die Schule
verlassen, arbeitet kurze Zeit als Laufbursche für ein Reformhaus
und für einen Steuerberater, im Herbst Beginn einer kaufmännischen
Lehre in einer Druckerei.
1947
Im November geht er nach Hamburg. Eine Lehrstelle im
Rowohlt Verlag kann wegen der fehlenden Genehmigung der Stadtverwaltung
nicht angetreten werden. Mitte Dezember fährt er nach Wiesbaden und
arbeitet in einer Labour-Kompanie der US-Army als Verkäufer in einem
Lebensmittellager.
1948
Besuch in Rostock, am 8. März Verhaftung, am 20.
August zusammen mit seinem Bruder von einem sowjetischen Militärtribunal
wegen Spionage zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt, seit Anfang September
im Zuchthaus Bautzen. Verurteilung der Mutter zu zehn Jahren Strafarbeitslager
im Frauengefängnis Hoheneck wegen »Nichtanzeigen von Agenten
des ausländischen Nachrichtendienstes«.
1953
Ab März Arbeit als Schreiber in der Sattlerei des
Zuchthauses, im November mehrere Wochen Einzelhaft wegen des Vorwurfs der
Gründung einer christlichen Untergrundbewegung.
1954
Entlassung der Mutter, die nach Hamburg geht. Walter
Kempowski wird Leiter des Gefängnis-Chors.
1956
Vorzeitige Entlassung am 8. März nach Hamburg zu
seiner Mutter. Erste Aufzeichnungen über die Haftzeit. Beginn der
täglichen Tagebuchaufzeichnungen
1957
In Göttingen Abitur und Studium an der Pädagogischen
Hochschule Göttingen. Beginn der Recherchen für eine umfangreiche
Familien-Chronik. Im September wird Robert Kempowski entlassen.
1960
Heirat der Lehrerin Hildegard Janssen, das Ehepaar arbeitet
an der Dorfschule in Breddorf bei Zeven.
1961
Geburt der Sohnes. Abschluß der »Familiengeschichte
der Collasius, Hälssen, Kempowski, Nölting«. Arbeit an
verschiedenen Romanprojekten. Beginn der Befragungen zu »Haben Sie
Hitler gesehen«.
1962
Geburt der Tochter. Erste Verbindung zum Rowohlt-Verlag.
1964
Arbeit an einem Haft-Bericht
1965
Versetzung nach Nartum bei Zeven.
1968
Haft-Bericht beendet, im August Beginn von »Tadellöser
& Wolff«.
1969
»Im Block. Ein Haftbericht« erscheint im
März im Rowohlt Verlag.
1970
Im Oktober »Tadellöser &Wolff« beendet
und »Uns gehtís ja noch Gold« begonnen. Im Dezember lehnt der
Rowohlt Verlag die Veröffentlichung von »Tadellöser &
Wolff« ab.
1971
»Tadellöser & Wolff« erscheint im
Hanser Verlag. Walter Kempowski erhält den
Förderpreis des Lessingpreises der Stadt Hamburg.
1972
»Uns gehtís ja noch Gold« erscheint. Wilhelm-Raabe-Preis
der Stadt Braunschweig, Förderpreis des Andreas-Gryphius-Preises.
1973
»Haben Sie Hitler gesehen« erscheint als
Teil der »Deutschen Chronik«.
1974
»Immer so durchgemogelt« erscheint als Teil
der »Deutschen Chronik«.
1975
Nach Auflösung der Dorfschule in Nartum wird Walter
Kempowski Lehrer an der Mittelpunktschule in Zeven. »Ein Kapitel
für sich« erscheint. Eberhard Fechner verfilmt »Tadellöser
& Wolff« für das Zweite Deutsche Fernsehen.
1976
Zahlreiche Lesungen an Universitäten und Goetheinstituten
in den USA.
1977
Gastdozent an der Universität Essen. Karl-Scuka-Preis
für das Hörspiel »Beethovens Fünfte« (1975).
Im November Wechsel zum neugegründeten Albrecht Knaus Verlag.
1978
»Aus großer Zeit« erscheint im Albrecht
Knaus Verlag.
1979
Reise nach Indien und gypten. »Haben Sie davon
gewußt« erscheint. Eberhard Fechners Verfilmung von »Ein
Kapitel für sich« wird gesendet. Niedersachsen-Preis für
Publizistik.
1980
Lehrbeauftragter für Fragen der Literatur-Produktion
an der Universität Oldenburg bis 1991. Im April Lesereise durch die
USA, Lehrauftrag an der Universität von San Diego. Gründung des
Archivs für unpublizierte Autobiographien. Hörspiel »Moin
Vaddr läbt«. Jakob-Kaiser-Preis (zusammen mit Eberhard Fechner).
1981
Beginn der Literaturseminare in Haus Kreienhoop, die
bis 1991 mehrmals im Jahr stattfinden. »Schöne Aussicht«
erscheint. Hörspielpreis der Kriegsblinden für »Moin Vaddr
läbt«.
1982
Fritz-Reuter-Plakette der Landsmannschaft Mecklenburg.
1983
In Zusammenarbeit mit Radio Bremen erstmals »Literaturtage
im Kreienhoop«. Johannes-Gillhoff-Preis des Kulturkreises Mecklenburg.
Im Wintersemester 1983/84 Gastdozent an der Universität Hamburg.
1984
Abschluß der »Deutschen Chronik« mit
»Herzlich Willkommen«.
1986
Im April Reise nach Frankreich, Studien für »Hundstage«.
Im Oktober Gastdozent an der Brigham-Young-University in Provo/Utah. Mit
dem Bericht von Irene Zacharias, »Meine sieben Kinder und der Lauf
der Welt« Beginn der Herausgebertätigkeit aus dem Archiv für
unpublizierte Autobiographien.
1987
Im Juli als Dozent an der deutschen Sommerschule in Portland/USA.
Zwei Reisen nach Polen, Studien für »Mark und Bein«. Herausgeber
von Helmut Fuchs, »Wer spricht von Siegen. Der Bericht über
unfreiwillige Jahre in Rußland«. Beginn der Arbeit am Echolot-Komplex.
1988
Im Juni Gastdozent an der Universität von Taos/USA.
Der Roman »Hundstage« erscheint, Lesungen in 90 Städten
folgen. Herausgeber von Ray Matheny, »Die Feuerreiter. Gefangen in
»Fliegenden Festungen«.
1990
»Sirius. Eine Art Tagebuch«. Mit der Pensionierung
Ende der Lehrtätigkeit an der Universität Oldenburg.
1992
»Mark und Bein. Eine Episode«.
1993
»Das Echolot. Ein kollektives Tagebuch 1.1.-28.2.1943«
erscheint in vier Bänden.
1994
Konrad-Adenauer-Preis für »Das Echolot«.
Ehrenbürger der Hansestadt Rostock. Gründung eines Werk-Archivs
in Rostock.
1995
Das neunstündige Hörspiel »Der Krieg
geht zuende. Chronik für Stimmen« (zusammen mit Walter Adler)
wird am 8. Mai von mehrern Rundfunksendern ausgestrahlt. »Weltschmerz.
Kinderszenen fast zu ernst«. Uwe-Johnson-Preis für »Das
Echolot«.
1996
Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes.
1997
Am 16. Juni Aufnahme eines neunzehnstündigen Video-Protokolls
von 37 Fernsehprogrammen, die Textfassung erscheint als »Bloomsday
'97«. Erweiterung des Rostocker Archivs zu einer Sammlung Rostocker
Schriftsteller.
1998
Der Roman »Heile Welt« erscheint.
1999
Zum 70. Geburtstag erscheint eine Gesamtausgabe der »Deutschen
Chronik« in neun Bänden. Im September findet
in Haus Kreienhoop das 40. Literaturseminar statt. »Das
Echolot. Fuga furiosa. Ein kollektives Tagebuch 12.1.-14.2.1945«
erscheint in vier Bänden. Im November Studienfahrt nach Moskau.
2000
Verleihung des Heimito-von-Doderer-Preises. Im Oktober
zusammen mit ZDF-Aspekte und BOL-Deutschland ein Internet-Tagebuchprojekt
»Eine Woche Deutschland«.
2001
Im Frühjahr erscheint eine Lesung von »Tadellöser
& Wolff« auf CD, im Herbst erscheinen »Der rote Hahn. Dresden
1945« und »Alkor«. Ernennung zum Ehrendonkosaken des
Allgroßen Donkosakenheeres.
2002
Im Frühjahr erscheint »Echolot. Barbarossa
'41«.
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